Karl-Heinz „Kalle“
Im April erreichte uns eine Anfrage zu einem wunderschönen belgischen Kaltblüter. Zwei Frauen wollten sich endlich ihr erstes Pferd zulegen und kauften im Dezember 2018 besagten Kaltblüter. Er ist in den Niederlanden geboren und heißt Karl-Heinz, alle nennen ihn aber Kalle .
Er ist 11 Jahre alt und hat noch einige Jahre vor sich. Was die Frauen übersahen, ist, dass Kalle schwer krank war.. Leider hatten die beiden keinerlei Erfahrung mit Pferden und sind auf einen unseriösen Verkäufer hereingefallen. Somit kam Kalle in einen üblichen Pensionsstall. Dort stellte man sehr schnell fest, dass er an Mauke leidet, einer sehr schweren Hauterkrankung der Beine.
Mit über 40 Jahren Pferdeerfahrung hat Jost dennoch nie ein solches Stadium dieser Krankheit gesehen! Gott sei Dank, kümmerten sich die zwei jungen Damen rührend um ihn und endlich wurden auch Tierärzte hinzugezogen. Allerdings verschlimmerte sich sein Zustand weiter.
Die Amtsärztin ordnete die sofortige Tötung an, da Kalles Blutwerte derart schlecht waren, dass er kurz vor einer Sepsis stand.Zum Glück gab es doch noch eine letzte Alternative:
Das Pferd musste sofort in eine Klinik, um dort eingehend behandelt zu werden. Ob dies den gewünschten Erfolg bringen würde, war allerdings nicht abzusehen. Also zog Kalle in ein Reha-Zentrum für Pferde. Leider war er hier anfangs sehr unglücklich und nahm in den ersten zwei Monaten 150Kg ab. Letztendlich schaffte man es tatsächlich, seinen Beinumfang von 90cm auf unter 60cm zu verkleinern. Er bekam Bäder in Salzwasser, die mit Schwefel und Sauerstoff angereichert wurden. Kalles Leben war gerettet! Acht lange Wochen blieb er noch in der Klinik, bevor er endlich zu uns auf Gut Weidensee kam.
Jetzt lebt Kalle seit dem Himmelfahrtstag bei uns.
Hätten die beiden Frauen Kalle nicht gekauft, obwohl sie nicht wussten/merkten, dass er schwer krank war, wäre er sicherlich bei dem alten Besitzer unter schlimmsten Schmerzen gestorben. Doch schnell fühlten sich die beiden überfordert, finanziell als auch physisch. Dennoch finanzierten sie den teuren Aufenthalt im Reha-Zentrum und retteten somit sein Leben!